Tagungen «Netzwerk Schulkultur»
ZEM CES und Pädagogische Hochschule FHNW


Donnerstag 18. September 2019, 12.00–18.00 Uhr & Mittwoch, 30. Oktober 2019, 12.00–18.00 Uhr
Fachhochschule Nordwestschweiz, Bahnhofstrasse 6, 5210 Windisch

«Schulkultur – der Schlüssel zu einem vertieften Verständnis der eigenen Schule»

«Kultur» ist ein facettenreicher, irgendwie auch ein schillernder und schwer fassbarer Begriff. Er steht für eine bestimmte Art, die Wirklichkeit wahrzunehmen. Wenn ich die Schule mit der «Kultur-Brille» wahrnehme, so fallen mir beispielsweise Dinge auf, die ich sonst vermutlich übersehen oder zumindest als nicht bedeutsam abtun würde.

  • Unausgesprochene Erwartungen und Regeln im Kollegium. Es heisst dann: «Bei uns macht man das so …»
     
  • Gelebte Werte, die oft im Widerspruch stehen zu den offiziell deklarierten Werten im Leitbild oder auf der Website.<
     
  • Verhaltensmuster, die sich an unserer Schule eingespielt haben und die kaum mehr kritisch hinterfragt werden (weil sie zum Teil gar nicht mehr bewusst ablaufen).
     
  • Themen, die nicht angesprochen werden dürfen, weil sie die Harmonie im Kollegium bedrohen könnten.
     

Warum ist es wichtig, die Kultur der eigenen Schule zu verstehen?

Schulen stehen in den nächsten Jahren vor grossen Herausforderungen: Digitalisierung, Umsetzung neuer Lehrpläne, Umgang mit veränderten Ressourcen, Etablierung und Weiterentwicklung des schulinternen Qualitätsmanagements, anspruchsvolle Elternarbeit, Zusammenlegung von Schulen, Veränderungen in der Schulführung, u.a.
Um diese Veränderungen wirkungsvoll und nachhaltig umzusetzen, ist ein vertieftes Verständnis der Schulkultur eine wichtige Voraussetzung. Ein fundiertes Kulturverständnis kann dabei helfen, die anstehenden Schulentwicklungsthemen in Verbindung mit dem schulinternen Qualitätsmanagement besser zu planen und zu steuern, damit sie in der Praxis langfristig zum Tragen kommen und vom Kollegium mitgetragen werden.
Erfahrungen aus zahlreichen Schulevaluations- und Schulentwicklungsprojekten zeigen, dass die Kultur ein Hebel ist, einerseits für das Wohlbefinden der Lehrenden, Mitarbeitenden und Lernenden an der Schule, andererseits als Grundlage für ein erfolgreiches Zusammenwirken der Lehrpersonen im Kollegium.


Ziele und Zielgruppe des Netzwerkes Schulkultur

Für den Knowhow-Aufbau und die Weiterentwicklung des Themas Schulkultur wird ein Netzwerk aufgebaut. Dieses Netzwerk bildet einen Rahmen von interessierten Menschen aus unterschiedlichen Praxisfeldern, die sich vertieft mit dem Thema Schulkultur auseinandersetzen. Dabei geht es um den Austausch von Wissen und Erfahrungen und um die Umsetzung von Schulkultur-Projekten.

Schulleiter/innen und Mitglieder von Steuergruppen sind eingeladen, zusammen mit Forscher/innen, Entwickler/innen und Berater/innen Informationen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Übersicht über die ersten Schritte zum Aufbau des Netzwerkes Schulkultur

1. Schritt: Impulstag (1. Netzwerktag)
Es geht darum, sich mit dem Kulturthema vertieft auseinanderzusetzen und das Potential und die Möglichkeiten zu erkennen, wie das Kulturthema wirkungsvoll genutzt werden kann.

  • Einführung in die Kulturthematik
  • Einführung in Verfahren und Instrumente der Kulturdiagnose
     

2. Schritt: Vertiefungstag
Es sind primär Schulen angesprochen, die ein eigenes Kulturprojekt realisieren möchten.

  • Vertiefung der Kulturthematik mit dem spezifischen Blick auf die eigene Schule (Dies kann in Verbindung mit einem bereits anstehenden Entwicklungsthema erfolgen – z.B. Einführung eines neuen Lehrplans, Einführung von Tablets im Klassenunterricht, Vitalisierung des schulinternen Qualitätsmanagements u.a.)
  • Auslotung von Kooperationsmöglichkeiten mit einer anderen Schule und Erarbeitung von ersten Planungsunterlagen
     

3. Schritt: Planung eines konkreten, schulspezifischen Kulturprojekts
Zur Planung gehört eine massgeschneiderte Vor-Ort-Beratung.

  • Variante 1: Eine Kulturdiagnose steht im Zentrum
  • Variante 2: Die bewusste Kulturgestaltung steht im Zentrum

 

Schwerpunktthemen, die im Rahmen eines schulinternen Kulturprojekts bearbeitet werden

a) Kultur erfassen

  • Wie und wo zeigt sich «Schulkultur im Alltag»?
  • Welche Verfahren und Instrumente eignen sich zur verlässlichen Kulturerfassung an einer Schule?

 

b) Kultur verstehen

  • Wie entsteht das spezifische Kulturprofil an einer Schule?
  • Welches sind die treibenden Kräfte, die ein Kulturprofil steuern?

 

c) Kultur gestalten

  • Welche Ansätze zur gezielten Kulturgestaltung gibt es?
  • Welche Prinzipien müssen bei der Kulturveränderung berücksichtigt werden?

 

Wer steht hinter dem Netzwerk Schulkultur?
Das Netzwerk Schulkultur wird initiiert und verantwortet vom Zentrum Bildungsorganisation und Schulqualität der Pädagogischen Hochschule FHNW in Kooperation mit dem Schweizerischen Zentrum für die Mittelschule ZEM CES. Das Netzwerk Schulkultur ist Teil eines internen Entwicklungsprojekts des Zentrums BO&SQ und leistet u.a. einen Beitrag, das Q2E-Modell weiterzuentwickeln. Projektleiter ist Peter Steiner.
 

Was kostet eine Teilnahme am Projekt?
Für den Vertiefungstag und die Beratung vor Ort (Schritte 2 und 3) wird ein Betrag von pauschal Fr. 200.- pro Teilnehmer/in in Rechnung gestellt. Die Begleitung der Schule durch eine externe Fachperson wird je nach Bedarf und Aufwand verrechnet. Dabei wird für Pilotschulen ein Teil der (Entwicklungs-)Kosten über das Projektbudget des Zentrums BO&SQ abgewickelt.


Wann finden die Veranstaltungen statt?
Netzwerktag: Mittwoch, 18. September 2019
Vertiefungstag: Mittwoch, 30.Oktober 2019


Auskünfte und Anmeldung zum 1. Netzwerktag
Peter Steiner, Leiter Schwerpunkt Schulqualität am Institut Forschung und Entwicklung der Pädagogischen Hochschule FHNW
Tel. 056 202 79 68, E-Mail: peter.steiner@fhnw.ch

Adrian Bucher, Fachperson Schulevaluation am Institut Forschung und Entwicklung der Pädagogischen Hochschule FHNW
Tel. 056 202 79 27 E-Mail: adrian.bucher@fhnw.ch
 

Anmelden: E-Mail senden an ife.bsq.ph@fhnw.ch
 

Der Flyer steht im Download-Bereich zur Verfügung.