Der Q2E-Referenzrahmen

In einem schulischen QM-Konzept muss u.a. die Vorstellung geklärt werden, was unter „Schulqualität“ bzw. unter einer „guten Schule“ verstanden wird (vgl. hierzu auch den Web-Beitrag: Was ist eine gute Schule?)

Zur inhaltlichen Beantwortung dieser Frage wurde im Rahmen des Q2E-Projekt ein sogenannter Q2E-Referenzrahmen entwickelt (andernorts auch als „Q2E-Basis-Instrument“ bezeichnet). Darin wird eine umfassende, gut strukturierte Zusammenstellung vorgenommen von Qualitätsmerkmalen, die von einer guten Schule erwartet werden.

Als Grundlage für die Entwicklung des Referenzrahmens dienten folgende Quellen:

  • Untersuchungen zur guten Schule
  • Verschiedene Instrumente zur Erfassung der Schulqualität
  • Theoretische Konzepte sowie alltagstheoretische Annahmen zur Schul- und Unterrichtsqualität
  • Gespräche mit Experten im Bereich der Qualitätsforschung und –entwicklung von Schulen [1]

Das Instrument möchte die zentralen Qualitäten einer guten Schule in einer übersichtlichen, griffigen und praktikablen Form zur Darstellung bringen und für eine umfassende, möglichst ganzheitliche Qualitätswahrnehmung und -reflexion der Schule zugänglich machen.

Zum Aufbau des Referenzrahmens

Im Referenzrahmen werden zunächst vier Qualitätsbereiche, die das formale Grundgerüst des Basisinstrumentes bilden:

  1. Inputqualitäten
  2. Prozessqualitäten Schule
  3. Prozessqualitäten Unterricht
  4. Output- / Outcomequalitäten

Jedem dieser vier Bereiche werden jeweils drei Dimensionen zugeordnet, welche die einzelnen Qualitätsbereiche inhaltlich präzisieren. Auf diese Weise ergeben sich zwölf Qualitätsdimensionen.

Dieser - unmittelbar auf die Schul- und Unterrichtsqualitäten bezogene - Grundstruktur wird ein weiterer Bereich hinzugefügt, der gewissermassen „quer“ liegt, da er sich gleichzeitig auf die Input-,Prozess- und Outputqualitäten bezieht. Es handelt sich um den Bereich des Qualitätsmanagements (gewissermassen ein „Meta-Qualitätsbereich“), der wiederum in 3 Dimensionen („Meta-Qualitätsdimenionen“) unterteilt ist.


[1] Im Sinne einer „theoretischen Validierung“wurde eine Rohfassung des Instrumentes den Professoren Rolff (Universität Dortmund), Fend (Universität Zürich) und Dubs (Hochschule St. Gallen) sowie Ch. Von Passavant (OE-Expertin, Stellwerk Aarau) zur Begutachtung vorgelegt und anschliessend überarbeitet.

Aus diesen Überlegungen ergibt sich für den Q2E-Referenzrahmen die folgende Grundstruktur:

Die insgesamt 5 Bereiche und 15 Dimensionen des Q2E-Referenzrahmens bilden die Grundstruktur des Q2E-Basisinstruments. Sie machen deutlich, worauf bei einer umfassenden Wahrnehmung und Reflexion der Schulqualität die Aufmerksamkeit gelenkt werden sollte. Zudem helfen sie, die Fülle an Qualitätsmerkmalen zu ordnen, die für die Erfassung der Schulqualität bedeutsam sind.

Damit ist gleichzeitig die entscheidende Ebene des Referenzrahmens angesprochen, der sich hinter der abgebildeten Struktur verbirgt: die Qualitätsmerkmale, die gleichsam die inhaltliche Substanz des Referenzrahmens bilden. Hier geht es um die Beschreibung von wichtigen normativen Aussagen zur Schulqualität. In rund 250 Aussagen wird umrissen, was unter einer guten Schule verstanden wird bzw. mit welchen Qualitätsansprüchen sich eine Schule konfrontiert sieht.

Die Formulierung der Qualitätsmerkmale ist auf einer mittleren Ab­straktionsebene angesiedelt – im Spannungsfeld der Deutungsbeliebigkeit von abstrakten Leitsätzen einerseits und der Unübersichtlichkeit von konkreten Merkmalslisten andererseits.

Zum Einsatz des Referenzrahmens

Im Verlauf unserer Arbeit haben wir festgestellt, dass der quantitative Umfang der Qualitätsmerkmale, die den normativen Horizont einer guten Schule umreissen, zu gross ist, als dass daraus für die Schule ein wirksames Orientierungs- und Entwicklungsinstrument entstehen könnte.

Q2E hat darum entschieden, einen anderen Weg zu beschreiten: Wir erwarten von der Schule, dass sie ihren qualitativen Orientierungsrahmen auf dem Hintergrund des universellen Q2E-Orientierungsrahmen selber entwickelt. Der Q2E-Referenzrahmen wird gewissermassen zu einem „Meta-Referenzrahmen“: Die Schule soll den Q2E-Referenzrahmen dazu benutzen, um den für sie gültigen Referenzrahmen selber zu entwickeln und damit vor Ort festzulegen, welches für sie die wichtigen und profilbildenden Qualitätsansprüche sind, auf die sie ihre Prozesse der Qualitätsdiagnose und –der Qualitätsentwicklungen ausrichten möchte. Diese partizipative Normenfestlegung erscheint uns nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt einer wirksame Schulentwicklung unerlässlich zu sein. (Dies unterscheidet den Q2E-Ansatz von anderen QM-Konzepten, in denen der Qualitätsrahmen von Kanton bzw. vom jeweiligen Bundesland festgelegt und verbindlich vorgegeben wird.)

Für den Einsatz des Q2E-Referenzrahmens für die Entwicklung von schulspezifischen Qualitätsleitbildern bzw. Referenzrahmenliegt eine detaillierte und praxisnahe Verfahrensbeschreibung vor:

> Siehe Q2E-Schuber: Q2E - Qualität durch Evaluation und Entwicklung, Heft 2: Basisinstrument zur Schulqualität, S. 8 – 13.

Ausführliche Fassung (PDF Download)